Gesetz der Stille

Gesetz der Stille

 

Lebe stehst nach dem Grundsatz darauf zu achten, den Leichnam nebenan nicht zu wecken.“

 

Präambel

Das Gesetz der Stille wurde in der vorliegenden Art und Weise konzipiert und eingeführt, um die bis dato ungeregelten Verhaltensweisen, die das Leben in völlig absurder Weise korrumpiert und als solches entstellt hatten, zu korrigieren, um eben diesen für die Allgemeinheit nicht mehr ertragbaren Zustand zu revidieren und in neue, wieder erkennbar geregelte Formen des Daseins zu überführen, die sich an den lange bewährten und überlieferten, bisher oftmals nur informell und im kleinen Kreise gelebten Regeln orientieren, und nun in dieser Niederschrift zu ersten Male umfassend zu Verfügung stehen. Und eben nur durch diese universale Herbeiführung der Imperative des Schweigens und des Regimes der Lautlosigkeit konnte die phlegmatische Unruhe ersetzt werden durch eine Kultivierung des Nonverbalen, und Raum schaffen für die Möglichkeit der Wahrnehmung der Gesänge einer Seele.

 

Geltungsbereich und Anwendung:

Das Gesetz der Stille hat universalen Geltungsbereich, und ist Grundlage für jede weitere Gesetzgebung und schränkt diese entsprechend ein.

 

  1. (1) Das Gesetz der Stille bestimmt dass im öffentlichen Raum, bei allen Gesprächen und bei jeder Form von Zusammenkunft zu schweigen ist. Ausgenommen sind nur die offiziellen Vertreter des Gesetztes der Stile, oder wenn diese ausdrücklich das Wort an dritte erteilen. Die Worterteilung ist auf den einmaligen Sprechakt und durch den Vertreter des Gesetztes der Stille anzugebenden Grund beschränkt. Niemand darf sich laut und ungebührlich äußern, dies gilt für Beiträge jedweder Thematik und ist unabhängig vom sonstigen sozialen und räumlichen Rahmen. Eine Weiterführung des Sprechaktes über die definierten Inhalte hinaus, in einer nicht respektablen Art und Weise, in überlauter Form oder mit emotional belasteter Konnotation ist als schwere Verstoß gegen das Gesetz der Stille zu ahnden.

    (2) Akte verbalegoistischer Selbstdarstellung werden grundsätzlich als absoluter Verstoß gewertet und entsprechend behandelt.

    (3) Auch die Vertreter des Gesetzes der Stille sind angehalten darauf zu achten, immer nur das absolut notwendige Minimum an Worten zu Klärung von Sachverhalten zu gebrauchen. Auf den Missbrauch des Rederechts durch die ihrigen ist zu reagieren und entsprechend zu sanktionieren.

    (4) In Ausnahmesituationen und Fällen höherer Gewalt, wie Unfällen, Naturkatastrophen, Gefährdungen des Lebens oder anderen Notlagen ist die spontane Anwendung lauter Sprache, Rufen oder gar Schreiens dann erlaubt, wenn dieses eine unbedingte, notwendige und alternativlose Maßnahme ist. Den Nachweis über die Richtigkeit und Begründung seines Verhalten hat der Lautverursacher unmittelbar nach der Tat unaufgefordert einzureichen. Bis zur Entscheidung über den Vorfall durch die zuständige Gerichtsbarkeit, wird das Vergehen als absoluter Verstoß gegen das Gesetz der Stille betrachtet.

  2. Das Gesetz der Stille bestimmt, sich unauffällig und leise zu bewegen. Es ist immer darauf zu achten,

    (1) dass nicht aus Unachtsamkeit Gegenstände umgeworfen werden oder herunterfallen,

    (2) dass beim Betreten jeden Raumes dies in andächtiger Weise geschieht und bis zur Ansprache in Schweigen zu verharren ist,

    (3) dass Türen leise geschlossen werden und rücksichtsvoll benutzt werden,

    (4) dass Bodenbeläge nicht durch das Betreten an den falschen Stellen unnötige, laute und unangenehme Geräusche verursachen.

  1. Das Gesetz der Stille besagt, ruhig zu sitzen und zuzuhören. Es ist nicht erlaubt, plötzlich aufzustehen, oder unaufgefordert das Wort zu erheben. Insbesondere obliegt jedem eine Vermeidung jedweder Störgeräusche durch unnötige und überflüssige Bewegungen.

  2. Das Gesetz der Stille bestimmt, dass jede Form der Sonofizieriung, intendiert, geplant oder improvisiert, nur als besondere Ausnahme unter folgenden Bedingungen möglich:

    (1) Künstlerische Darbietungen, gleich welcher Natur oder Intentionen und deren mediale Reproduktion sind in der Öffentlichkeit grundsätzlich verboten.

    (2) Im privaten Raum sind Aktivitäten solcher Art nur dann möglich, wenn eine akustische Wahrnehmung dieser außerhalb des privaten Raumes durch unbeteiligte Dritte ausgeschlossen werden kann. Zusätzlich ist sicherzustellen, dass niemand durch Zufall oder aus Versehen mit den entstehenden Geräuschen konfrontiert werden wird. Eine weiträumige Absperrung und oder Warnhinweise sind im Vorfeld anzubringen.

    (3) Jede zusätzliche vokale Intonation sind strikt untersagt und werden als schwerer oder bei Wiederholung als absoluter Verstoß behandelt.

  3. Wer und gegen das Gesetz der Stille aus Unwissenheit, Fahrlässigkeit oder groben Vorsatz verstößt, hat mit folgenden Sanktionen zu rechnen:

    (1) Der einfache Verstoß wird mit 30 Tagen in der camera silens geahndet.

    (2) Der schwere Verstoß wird mit fortgesetzter Aufenthalt in der camera silens, bis zu Anerkennung der Reumütigkeit, geahndet.

    (3) Der absoluter Verstoß wird nach dem Grundsatz behandelt

    Jemand, der nicht zum Schweigen gebracht werden kann, wird zum Schweigen gebracht.“.

    Die Ausführung dieses Verdiktes soll durch die Anwendung des Mittels geschehen, dass am wenigsten Unruhe seitens des Verurteilten, als auch durch das Mittel selber erwarten lässt.

Vorarbeit zur Vernissage von Broken Windows, welche die Grundlage für “Gesänge einer Seele” war.

2 Responses to “Gesetz der Stille”

  1. vladimirovalex Says:

    ?????? ??????? ????? ?? ??? ????, ?????? ?????? ???? ?????? ??????????, ?? ???????? ?? ???? ??????????. :) ? ????????? ?????? ?? ?? ?????? ???? ???? ???? ?????????? :(

  2. Ralf Says:

    My interpretation of this, using automatic translation, is that you came back to see changes in my site, being somewhat disappointed, not to find regular new stuff. Sorry for that, i will try to post a little bit more often, but this site is mainly committed to represent an general overview over my works. I never intended to maintain a full scale blog.

Leave a Reply